
Alisa Ehrlicher, unsere Standort- und Projektmanagerin bei Zukunft.Coburg.Digital, hat den IHK-Zertifikatslehrgang „AI Innovation Manager/-in (IHK)“ nicht nur organisatorisch begleitet, sondern bewusst selbst durchlaufen. Ihr Fazit: Der Kurs liefert mehr als Tool-Trends. Er schafft Struktur, Umsetzungspraxis und sichere Leitplanken für Datenschutz, Compliance und den EU AI Act.
„Ich war schon lange KI-interessiert: Podcasts, Artikel, Tool-Tests – die Leseliste wuchs, umgesetzt habe ich kaum etwas“, sagt Alisa. Ziel des Lehrgangs war, aus dem diffusen „Wir sollten uns mal intensiver mit KI beschäftigen“ ein strukturiertes Setup zu machen, das echte Umsetzung erzwingt– inklusive klarer Leitplanken für Datenschutz, Compliance und EU AI Act.
Im Arbeitsalltag von Zukunft.Coburg.Digital dreht sich vieles um Eventorganisation: Inhalte abstimmen, Termine koordinieren, Texte erstellen, Eventplattformen einrichten, Marketing planen, Anmeldungen überwachen. Keine Aufgabe ist schwierig, aber die ständige Wiederholung und der Kontextwechsel kosten enorm Zeit. 2025 fanden 33 Events statt, 2026 sind 68 geplant – bei gleicher Arbeitszeit. Es reicht nicht, „ein bisschen effizienter“ zu werden, die Arbeitsweise selbst muss sich ändern.
Ein zentrales Learning aus dem Lehrgang: KI entfaltet ihren größten Nutzen nicht als einzelnes Tool, sondern als Teil einer strukturierten Automatisierungsstrecke – mit klar definierten Rollen, Qualitätskontrolle und menschlicher Freigabe (Human-in-the-loop).
Als technisches Bindeglied kam n8n zum Einsatz, um Systeme wie Formulare, Tabellen, Kalender oder Eventplattformen miteinander zu verbinden und daraus wiederholbare Workflows zu entwickeln.
Entscheidend war dabei: KI fungierte als Co-Pilot beim Aufbau dieser Prozesse – auch ohne eigene Programmierkenntnisse. Ohne diese Unterstützung wäre die Umsetzung deutlich langsamer verlaufen.
Durch die vertiefte Nutzung der Workflows wurde aktuell rund eine Stunde pro Woche eingespart. Das Potenzial ist deutlich größer – vorausgesetzt, die Automatisierung wird konsequent weiter ausgebaut. Gleichzeitig zeigt sich: Ohne feste Zeitfenster fällt man schnell in alte Routinen zurück. Nach der Abschlusspräsentation im Dezember wurde deutlich, wie wichtig es ist, kontinuierlich weiterzubauen und Prozesse aktiv zu entwickeln.
Der Lehrgang liefert daher nicht nur Wissen, sondern schafft Verbindlichkeit. Besonders in den beiden Praxistagen wird klar: Hier wird nicht nur diskutiert – hier wird umgesetzt.
Der Kurs richtet sich vor allem an Personen, die Entscheidungen treffen und Umsetzung ermöglichen können – beispielsweise:
Für Geschäftsführer:innen entsteht ein realistisches Bild davon, was kurzfristig möglich ist, wo Produktivität steigt und wann sich externe Lösungen lohnen.
Projekt- und Bereichsverantwortliche profitieren davon, konkrete Use Cases zu priorisieren, Prototypen aufzusetzen und Change-Prozesse mitzudenken – statt bei theoretischen Ideen stehenzubleiben.
Wichtig: Wer bei KI komplett bei Null startet, kann teilnehmen, sollte jedoch bereit sein, eigenständig nachzuarbeiten. Der Lehrgang vermittelt fundierte Inhalte und setzt einen sicheren Umgang mit digitalen Tools voraus.
In drei Durchgängen nahmen bisher 26 Personen teil, der letzte Kurs war mit 15 Teilnehmenden der größte. Ein wiederkehrendes Feedback: Auch wenn nicht jedes technische Detail vollständig verstanden wird, können innerhalb kurzer Zeit Lösungen entwickelt werden, für die sonst externe Dienstleister erforderlich gewesen wären.
Dieser Moment – wenn aus Überforderung echtes Zutrauen entsteht – markiert oft den entscheidenden Wendepunkt.
Der Lehrgang beginnt am 24. Februar 2026 mit Kickoff bei der IHK zu Coburg. Ergänzt wird er durch zwei Ganztags-Workshops vor Ort